Mittwoch, 3. Januar 2007

Abschiebungen in den Kosovo

Sollte eine Abschiebung in den Kosovo bevorstehen, empfehle ich, sich noch einmal alle bisherigen Unterlagen jedes einzelnen Familienmitglieds genau anzusehen und eventuell bei einem mit Ausländerrecht erfahrenen Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Sehr oft ist nämlich mindestens eines der Familienmitglieder psychisch erkrankt: die sogenannte "posttraumatische Belastungsstörung" (PTBS) ist eine anerkannte Krankheit, die im Kosovo nicht adäquat behandelbar ist. Allerdings genügt es nicht, wenn eine ärztliche Bescheinigung lediglich in einem Satz feststellt, daß eine PTBS vorliegt. Vielmehr muß ein ausführliches Gutachten eines Diplom-Psychologen, Psychotherapeuten oder Facharztes für Neurologie und Psychiatrie diese Diagnose auf der Basis einer längeren - vorhergehenden - Behandlung stellen. Unter dieser Voraussetzung kann es gelingen, Abschiebungsschutz zu bekommen - auch für die anderen Familienmitglieder, die über Art. 6 Grundgesetz und Art. 8 Europäische Menschenrechtskonvention geschützt sind.