Donnerstag, 4. Januar 2007

Iranischer Christ darf bleiben

Im Einzelfall eines iranischen Christen, der in Deutschland vom Islam zu einer christlichen Freikirche übergetreten war und hier unter Moslems und Deutschen aktiv missionierte, hat das Verwaltungsgericht Ansbach am 26.07.2006 Abschiebungsschutz gewährt. Dies berichtet die evangelische Nachrichtenagentur idea. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Es bleibt abzuwarten, ob sich aus den schriftlichen Entscheidungsgründen eine Bedeutung auch für andere Fälle ergibt, und ob das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellt. In der obergerichtlichen Rechtsprechung hat sich die Auffassung verfestigt, daß Christen im Iran nichts zu befürchten hätten und daß ihnen zugemutet werden könne, auf die Mission ihrer Religion im Iran zu verzichten. Das ist natürlich eine lebensfremde und merkwürdige Auffassung, denn die deutschen Richter hätten auch das Selbstverständnis des Christentums als wesentlichen Glaubensbestandteil berücksichtigen müssen; zu diesem Selbstverständnis zählt, daß die Mission wesentlich zum Glauben gehört.