Sonntag, 17. Dezember 2006

Was tun gegen Widerruf des Asyls?

Für alle Betroffene der grösst mögliche Schock: erst lange für die Anerkennung des Asyls gekämpft; dann eventuell Jahre, Jahrzehnte in Deutschland gelebt, gearbeitet, Steuern gezahlt, deutsche Freunde gefunden. Und dann kommt ein Brief der Bundesregierung (vertreten durch das Bundesamt): das Asyl wird widerrufen!
Was sicher geglaubt, ist in einem Augenblick verschwunden.
Als Rechtsanwalt habe ich viele solche Schicksale erleben müssen. Wichtig ist in einer solchen Situation vor allem, sofort zu handeln und einen im Asylrecht kompetenten Rechtsanwalt zu beauftragen, unverzüglich gegen den Widerruf vor Gericht zu klagen. Hierzu hat man nur 2 Wochen Zeit! Was viele nicht wissen: so einfach ist es nicht, bestehenden Asylschutz zu widerrufen. Das Bundesamt muß beweisen, daß sich die Situation im Heimatland grundlegend und auf absehbare Zeit positiv entwickelt hat. In Afghanistan, in der Türkei und im Irak, um nur drei aktuelle Beispiele zu nennen, in denen das Bundesamt in den letzten Monaten massiv Asylanerkennungen widerrufen hat, kann man beispielsweise gerade nicht von einer dauerhaften und stabil positiven Änderung der Menschenrechtslage sprechen. Es gibt also durchaus gute Chancen, vor Gericht den Widerruf zu stoppen.