Dienstag, 21. August 2007

Asyl, obwohl Vater Deutscher wurde

In einem von RA Sprung betreuten Fall ging es um zwei interessante Rechtsfragen: kann eine inzwischen erwachsene Tochter eines Asylberechtigten noch nachträglich Familienasyl bekommen, obwohl sie inzwischen über 18 Jahre alt ist? Und ist es in diesem Zusammenhang von Nachteil, daß der Vater, der vor 6 Jahren Asyl erhielt, inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt?
Die Situation war deswegen auch kompliziert, weil vorher einfach vergessen wurde, gleichzeitig auch für die (damals noch minderjährige) Tochter Asyl zu beantragen.
RA Sprung beantragte jetzt zunächst für die erwachsene Tochter ein eigenes Asylverfahren beim Bundesamt für Flüchtlinge. Das Bundesamt lehnte den Antrag ab. Hiergegen wurde Klage erhoben. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden folgte jetzt in einem Urteil vom 25.04.2007 der Auffassung von RA Sprung: durch den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wäre zwar das Asyl für die Tochter verlorengegangen; dadurch, daß man damals aber kein Asyl für die Tochter beantragte, gilt der Asylgrund nicht als entfallen, auch wenn der Vater inzwischen Deutscher ist. Die Tochter erhielt hierdurch jetzt die Asylanerkennung, die Abschiebung konnte verhindert werden.